Neuigkeiten Details

Kniffliges Finale für Giorgio Maggi in der ADAC Formel 4

Rennabbruch, Safety-Car-Phasen, knifflige Bedingungen und Giorgio Maggi mittendrin. Der Schweizer startete am vergangenen Wochenende beim Saisonfinale der ADAC Formel 4 auf dem Hockenheimring. Unermüdlich kämpfte sich der Pilot vom Schweizer Rennstall Race Performance nach vorne, technische Probleme und etwas Pech verhinderten aber den Sprung in die Punkte.

Das Finalwochenende ist nicht ganz nach deinen Vorstellungen verlaufen. Wieso lief es nicht?

Es fing schon im Qualifying an. Ich habe gekämpft und wirklich das Maximum aus dem Auto herausgequetscht. Mehr als Rang elf in meiner Gruppe war allerdings nicht drin. Wir haben die Daten verglichen und denken, dass wir Motorleistung verloren haben. Wir haben sofort alle Hebel in Bewegung gesetzt und mit den entsprechenden Technikern gesprochen. Eine wirkliche Lösung war aber nicht zu finden. Somit haben sich die Probleme in die Rennen gezogen. Ich kam im ersten Lauf dennoch sehr gut weg und habe sofort ein paar Positionen gutgemacht. Als das Safety Car auf die Strecke kam, war ich bereits auf Rang 16. Danach ging es noch ein paar Plätze nach vorne, bis das Auto wieder abbaute. Ich kämpfte mit stumpfen Waffen und wurde zur leichten Beute. Nach einem so starken Beginn war Platz 25 wirklich frustrierend.

Im zweiten Lauf hast du dich deutlich gesteigert. Ist Rang 20 nach all den Schwierigkeiten ein versöhnliches Ergebnis?

Vielleicht kann man das so sehen, aber ich bin Rennfahrer und werde mit einem solchen Ergebnis einfach nie zufrieden sein. Das Rennen ging vom ersten Moment an schwierig los. Von meiner Startposition musste ich einen super Start erwischen, um gleich ein Stück nach vorne zukommen. Ich spielte mit der Kupplung, suchte den Schleifpunkt und bin dann ein bisschen zu früh draufgegangen und etwas losgerollt. In meinem Kopf gingen alle Alarmglocken los, schließlich wollte ich auf keinen Fall einen Frühstart hinlegen. Also trat ich sofort auf die Bremse und genau in diesem Moment gingen die Lichter der Ampel aus. Blöder hätte es schlicht nicht laufen können, denn so kamen natürlich viele Autos an mir vorbei. Durch viele Safety-Car-Phasen war es anschließend wirklich schwierig, wieder nach vorne zu fahren. Immerhin hatte ich schöne Zweikämpfe und machte fünf Positionen gut.

Auch das Finalrennen wurde durch den vorherigen Regen nochmals zur Herausforderung.

Allerdings! Der Regen hatte zwar aufgehört, die Strecke war neben der Ideallinie noch sehr feucht und entsprechend rutschig. Leider stand ich in der Startaufstellung genau auf der falschen Seite und als die Lichter ausgingen, drehten meine Räder durch. Trotzdem ist es mir gelungen, ein paar Konkurrenten hinter mir zu lassen. Der Re-Start nach dem Safety Car klappte ebenfalls und ich lag bereits auf Rang 21. In der Sachskurve wollte ich wieder angreifen, als mir leider die Strecke ausging. Ich kam auf den Kunstrasen und das Heck brach aus. Ich habe am Lenkrad gekämpft und alles versucht, aber damit war mein Rennen beendet. Ich war sehr enttäuscht, denn ich hatte mir für den Saisonabschluss natürlich ein gutes Ergebnis vorgenommen.

Du hast vorher einige Unterbrechungen durch das Safety Car angesprochen. Wie schwierig ist es für dich als Fahrer, in diesen Fällen immer die Konzentration aufrechtzuerhalten?

Ich bin gut trainiert – auch mental -, daher ist es kein Problem. Es ist allerdings einfach mühsam. Ich war einige Male im Zweikampf und wollte gerade zum Überholen ansetzen, als mir über Funk mitgeteilt wurde, dass das Safety Car kommt. Es gilt, mit einer Mischung aus Gas, Bremse und Lenkbewegungen die Reifen warm zu halten. Immer wieder fragt man sich: Sind sie zu heiß? Muss ich sie abkühlen lassen, oder vielleicht doch mehr aufheizen? Zudem muss der Re-Start gut klappen. Sobald das Safety Car abbiegt, muss die Konzentration wieder bei 100 Prozent sein, um auf keinen Fall den Anschluss zu verlieren, oder vielleicht sogar einen Konkurrenten zu kassieren.

Jetzt ist die Saison zu Ende. Wie fällt dein Fazit nach 24 Rennen aus?

Es war ein kniffliges Jahr, in dem ich mir ehrlich gesagt deutlich mehr vorgenommen hatte. Es ist einiges im Hintergrund passiert, was die Situation nicht einfacher gemacht hat. Zwischen dem Lausitzring und dem Wochenende auf dem Nürburgring habe ich das Team gewechselt und musste ohne Testfahrten angreifen. Das war eine große Herausforderung, aber die Zusammenarbeit mit Race Performance hat sehr großen Spaß gemacht und wir konnten zusammen schnell Fortschritte erzielen. Ich habe mich 2015 vor allem auf technischer Seite weiterentwickelt und bin in der Lage, meinen Mechanikern und Ingenieuren besseres Feedback zu geben. Ein großes Dankeschön für die tolle Unterstützung in dieser Saison gilt natürlich meinem Team Race Performance, meinem Coach Yannick Mettler, meinen Eltern und nicht zuletzt all den Fans. Die gesammelten Erfahrungen und der stetige Rückhalt haben mich auf jeden Fall für kommende Aufgaben gestärkt.

KÜRZLICHE POSTS

Kein 24 Stunden Zolder 2020

Gestern Abend erhielt der Circuit Zolder von der Regierung eine negative Empfehlung für die Organisation des 24 Stunden